Grüne Logistik: Feedback zu den E-Lkw von Renault
Nach ca. 90 Jahren Firmengeschichte, in denen die Spedition Mäuler in Sachen Technologie und Struktur immer auf dem neuesten Stand war, zeigt das Unternehmen auch im Jahre 2024 seine Aktualität mit dem nachhaltigen Upgrade auf E-Lkw von Renault. Nun ist ca. ein Jahr seit erstmaligem Einsatz der E-Lkw vergangen und Geschäftsführer Reiner Kammels berichtet über die ersten Erfahrungen, Herausforderungen und Vorteile, die mit dieser Umstellung einhergingen.
Besonders spannend hierbei war die Akzeptanz der Fahrer, die schließlich die meisten Erfahrungen mit den E-Lkw sammeln und auch direkt mit den vorherigen Lkw vergleichen können.
Das Feedback der Fahrer zur Umstellung auf die E-Lkw von Renault
Die Fahrer, so Kammels, seien trotz anfänglicher Skepsis positiv überrascht gewesen. Dank der stark reduzierten Fahrgeräusche fühlten sie sich während der langen Fahrten wesentlich entspannter. Die Fahrten mit den E-Lkw sind vibrationsfrei, was ebenso stressmindernd wirkt. Insgesamt sei der Arbeitsalltag nun deutlich angenehmer und die Fahrzufriedenheit gestiegen.
Die Auswirkung von Geräuschkulissen auf den Arbeitsalltag
Die Geräuschbelastung im Arbeitsumfeld wird meist unterschätzt, besonders, wenn es sich bei der Geräuschkulisse um einen unterschwelligen Dauerlärm handelt, wie es beispielsweile in der Fahrerkabine von Lkw mit Verbrennungsmotor der Fall ist. Somit können auch leisere Dauergeräusche Auslöser von Lärm-Stress sein, aber auch permanente vibrationsartige Erschütterungen, die ebenfalls durch einen Verbrennungsmotor entstehen können.
Das kann sich nachhaltig auf das Stressempfinden der Betroffenen auswirken. Genau dies passiert oft bei Berufsfahrern von Bussen oder Lkw mit Verbrennungsmotoren.
Konzentrationsschwierigkeiten und schnelles Ermüden durch permanenten Lärm
Bei dauerhaftem Lärm ab 60 dB(A) kann Lärm-Stress entstehen, der die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt, das Ermüden fördert und sich sogar chronisch außerhalb der Arbeit manifestiert. Bei einem Verbrennungsmotor ist der Fahrer dauerhaft je nach Fahrgeschwindigkeit 70-80 dB(A) ausgesetzt, was weit über der Lärmbelastungsgrenze liegt. Bei Fahrzeugen mit E-Motor reduziert sich die Geräuschkulisse auf 60 bis maximal 65 dB(A).
Rückschließend lässt sich daher sagen, dass durch den Einsatz von E-Lkw die Arbeitssicherheit für Fahrer und Umgebung steigt, da die geringere Lärmbelastung für eine bessere Konzentration beim Fahrer sorgt. Die Geräusche, die bei einem E-Lkw Lärm erzeugen, kommen nicht vom Motor selbst, sondern von den Reifen, dem Wind und der Beschaffenheit der Straße. Somit ist es ein riesiger Zugewinn für ein Unternehmen wie der Mäuler Group, die Lkw Stück für Stück durch E-Lkw zu ersetzen.
Herausforderungen durch die Umstellung auf E-Lkw
Herr Kammels erklärt, dass bei der bisherigen Routenplanung die Standorte der Ladestationen nicht berücksichtigt wurden – das habe sich mit den E-Lkw geändert. Anfangs sei es eine Herausforderung gewesen, die Touren so umzuplanen, dass die Fahrzeuge weiterhin effizient von A nach B gelangten. Dabei sollten Ladezeiten und Fahrerpausen idealerweise gleichzeitig stattfinden. Zusätzlich musste bei allen potenziellen Ladestandorten vorab geprüft werden, ob ausreichend Ladeleistung und Verfügbarkeit gegeben sind.
Dennoch betont er, dass der Aufwand für diese Anpassungen überschaubar gewesen sei – vor allem im Vergleich zu den klaren Vorteilen, die mit den E-Lkws einhergingen.
Ob sich der Aufwand der Umstrukturierung gelohnt hat, zeige sich in der Alltagstauglichkeit der E-Lkw. So seien die Ladezeiten planbar und die passenden Ladesäulen ausreichend vorhanden, sodass es kaum Abweichungen von der Route gäbe. Der Einsatz im Nahverkehr funktioniere problemlos und sei durch den geringen Energieverbrauch, insbesondere bei Strecken mit viel „Stop-and-Go“, äußerst profitabel.
Zukünftig plane die Mäuler Group, die Flotte auszubauen und in weiteren Gebieten einzusetzen. Zudem arbeitet Mäuler daran, die Planungsstruktur weiterhin zu optimieren und somit den Zugang zu Ladsäulen zu erleichtern. Auf Basis verschiedener Optimierungsprozesse würde aktuell der Einsatz im Europaverkehr geprüft.
Auch intern in Disposition und Werkstatt werden Schulungen angeboten, die langfristig zur Verankerung der E-Mobilität innerhalb der Mäuler-Betriebsstätten beitragen.
Lkw machen rund 50 % der Emissionen des Straßengüterverkehrs aus. Daher ist es sinnvoll, genau hier einzugreifen und die Emissionen zu reduzieren. Die Lösung: Lkw, die ihren Kraftstoff aus erneuerbaren Energiequellen beziehen, wie es bei E-Lkw der Fall ist.
Ein elektrisch betriebener Lkw verursacht im Vergleich zu einem Diesel-Lkw auf einer Strecke von 100 Kilometern deutlich weniger CO₂ (rund 50 bis 60 % weniger) im Fahrbetrieb. Das bedeutet: Wo ein Diesel-Lkw auf dieser Strecke etwa 90 bis 100 kg CO₂ ausstößt, kommt ein E-Lkw, je nach Stromquelle und Ladezustand, auf ca. 40 bis 45 kg oder sogar noch weniger.
Aktuell zeige sich laut unserem Geschäftsführer der finanzielle Vorteil besonders auf Kurzstrecken, auf welchen immer wieder angehalten werden muss. Bei einem Verbrennungsmotor ist der Verbrauch in „Stop-and-Go“-Situationen sehr hoch und beim E-Lkw stark reduziert.
Zudem profitiere die Mäuler Group beim Einsatz von E-Lkw von steuerlichen Vorteilen und Förderprogrammen.
Allerdings wünscht sich Kammels weiterhin mehr Unterstützung auf politischer Ebene. So könne man die Ladeinfrastruktur besser ausbauen und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Strategisch wäre es für Unternehmen von Vorteil, wenn man sich langfristig und absehbar auf Förderprogramme verlassen könne.
Mäuler Group als Vorreiter einer grünen und fairen Logistik
Weniger Emissionen
Mit dem Einsatz von E-Lkw trägt die Mäuler Group dazu bei, 50 % der Emissionen des Straßengüterverkehrs zu reduzieren. Zudem möchte der Betrieb die erneuerbaren Energiequellen auch auf interne Mobilitätsverfahren, bspw. in Lagerhallen anwenden, umso die Emissionen nicht nur im Straßengüterverkehr zu reduzieren, sondern großflächig in allen logistischen Bereichen.
Geringere Energiekosten
Ein wesentlicher Vorteil liegt in den deutlich geringeren Energiekosten – begünstigt durch staatliche Förderprogramme und steuerliche Vorteile. Doch auch unabhängig von finanzieller Unterstützung überzeugt der elektrische Antrieb durch seinen deutlich niedrigeren Energieverbrauch. Zusätzlich eröffnet die E-Mobilität die Möglichkeit, eigene Energiequellen – etwa durch Photovoltaikanlagen – zu nutzen und sich langfristig unabhängiger vom Energiemarkt zu machen.
Bessere Arbeitsbedingungen
Berufsfahrer von E-Fahrzeugen aus verschiedenen Unternehmen, berichten einheitlich von einem ruhigeren, entspannteren Arbeitsumfeld. Auch wissenschaftlich lässt sich dies durch die reduzierte Lärm- und Vibrationsbelastung erklären. Die Motoren von E-Lkw dienen kaum als Geräuschquelle, stattdessen ist der noch vorhandene Lärmpegel, der im Schnitt bei 60 Dezibel liegt, den Reifen-, Straßen- oder Windgeräuschen zuzuschreiben.
Forderung an die Politik zum Ausbau einer grünen Logistik
Das Umsatteln auf E-Lkw gewährt den Unternehmen einen Einblick in die Effizienz der modernen Technologie und befähigt sie somit auch zur politischen Mitsprache. Durch den Einblick wissen Unternehmen genau, wo sich noch etwas verbessern ließe, und treiben die emissionsfreie Entwicklung in der Logistik weiter voran.

